Cape Reinga – der magischste Ort Neuseelands

von | Apr 12, 2021 | Nordinsel | 0 Kommentare

Das Cape Reinga – oder „Te Rerenga Wairua“ wie es in der Sprache der Maori genannt wird – befindet sich an der nordwestlichen Spitze der Nordinsel und stellt den nördlichsten Punkt (den man mit dem Auto erreichen kann) des Landes dar. Für mich persönlich einer der magischsten Orte Neuseelands. Warum? Das erzähle ich dir in diesem Beitrag.

Die Anfahrt

Unser Besuch am Cape Reinga war tatsächlich eine sehr spontane Aktion. Aber wie sagt man so schön: Die spontanen Ideen sind meist die besten. So war es in diesem Fall auch. Am Nachmittag gings los. Von Kaitaia – dem letzten „großen Ort“ vor dem Kap – 110 km Richtung Norden. Auf der Strecke erhascht man immer wieder einen Blick auf das Meer, doch ansonsten ist der SH1 eine eher unspektakuläre Straße. Dafür wird es am Ziel angekommen umso sehenswerter.

Neuseeland nordisnel cape reinga weltmeerliebe

Am Parkplatz wurden wir von einem imposanten Eingangstor erwartet, welches die Bedeutung des Ortes in der Maori Mythologie deutlich machen soll. Beim Durchgehen ertönen hier mystische Klänge. Sie stellen akustisch die Seelenwanderung dar und sollen den Ort für Besucher als heiligen Ort erkennbar machen. Auf dem ca. 10-minütigen Fußweg zum Leuchtturm finden sich auch immer wieder Infotafeln, die die Besonderheit des Ortes beschreiben.

Die Bedeutung des Cape Reinga in der Maori-Mythologie

Für die Maori ist Cape Reinga ein ganz besonderer Ort. Es heißt, dass verstorbene Seelen sich hier auf die Suche nach dem Gipfel der Insel Manawatawhi (Three Kings Island) begeben. Von dort, nach einem Blick zurück in Richtung Aotearoa (Neuseeland), machen sie sich auf ihren letzten Weg nach Hawaiki – dem Ort ihrer Ahnen.

Neben den zahlreichen Infotafeln bietet der Weg nach unten zum Cape Reinga atemberaubende Ausblicke auf den Leuchtturm und die umliegenden Buchten. Dank der spontanen Aktion war es kurz vor Sonnenuntergang und wir hatten diesen sonst so touristischen Ort fast ganz für uns allein. Was macht man in so einem Fall? Genau! Erstmal die Kamera auspacken und ein paar Erinnerungen fürs Familienalbum festhalten. Apropos Familie. Ein Wegweiser am Leuchtturm hat uns mal wieder daran erinnert, dass die mehr als 18.000 km weit weg ist. Am anderen Ende der Welt eben.

Zwei Meere treffen aufeinander

Wenn man vom Leuchtturm aus dann mal einen Blick ins kühle Blau wirft, erkennt man eine weitere Besonderheit des Ortes. Hier zeigt sich ein eher selten zu sehendes Naturphänomen. Denn am Fuße des Cape Reinga treffen zwei Meere aufeinander. Die Tasmansee im Westen trifft auf den Pazifischen Ozean im Osten. Ein tolles Landschaftsbild, welches sich mit bloßem Auge deutlich erkennen lässt. Für die Maori treffen hier aber nicht nur zwei Meere aufeinander. Man glaubt, dass hier von Westen Te Tai o Rehura – „das Männliche“ und von Osten Te Moana Nui a Kiwa – „das Weibliche“ aufeinandertreffen und so die Entstehung des Lebens symbolisieren. Das klingt doch wirklich nach einem einmaligen Ort, oder?

Tracks & Campsites rund ums Cape Reinga

Als ob das Cape allein nicht schon ein absolutes Highlight wäre, bieten auch die umliegenden Buchten einige tolle Ausflugsziele und Wanderwege. Auch hier bietet der Ort eine absolute Besonderheit. Am Cape Reinga startet offiziell der Te Araroa Trail – Neuseelands längster Fernwanderweg. In über 3000 km führt er von hier einmal quer durchs Land bis nach Bluff auf der Südinsel. Es gibt aber natürlich auch kürzere Wanderungen. Zum Beispiel den Te Paki Coastal Track (48 km), welcher über den nebenan liegenden Te Werahi Beach führt. Auch verschiedene Halbtagswalks zu den Campsites an der Tapotupotu Bay (5 km und mein Favorit) und der Spirits Bay (ca. 20 km) lassen Wanderherzen höher schlagen.

Tipp: Egal ob mit Zelt oder Campervan würde ich eine Nacht hier oben immer empfehlen. Zum Sonnenunter- und -aufgang hat man das Cape Reinga fast für sich allein. Die ganzen Tagesausflügler und Busreisenden sind nicht mehr bzw. noch nicht da und mit etwas Wetterglück kann man nachts am Kap sogar noch Sterne beobachten.

Cape Reinga Ausflugstipp: Giant Sand Dunes

Noch eine kleine Empfehlung meinerseits, wenn man eh schon im hohen Norden ist: Sandboarden auf den Giant Sand Dunes.
20 km vom Cape Reinga entfernt liegen die Sanddünen Giant Sand Dunes oder auch Te Paki Sand Dunes genannt. Ein beliebtes Touristenziel, denn hier kann man mal wieder Kind sein und auf Sandboards die Hügel runterdüsen. Für uns war das ein Riesenspaß und ich würde es jedem empfehlen, der in den Norden kommt. Damit es für dich ein genauso großer Spaß wird, hier ein paar Tipps zum Sandboarden.

 

Tipps für dein sandiges Abenteuer

  1. Früh morgens kommen
    Noch ein Grund, warum sich eine Nacht am Cape lohnt, ist, dass man dann auch früh zum Sandboarden kann. Das hat den Vorteil, dass noch nicht viel los ist und vor allem im Sommer der Sand noch nicht so heiß ist und man barfuß gehen kann.
  2. Die richtige Kleidung
    Da das Boarden natürlich eine ganz schön sandige Angelegenheit ist, würde ich eher Sportkleidung anstatt Abendkleid empfehlen. Außerdem sollte man auch ohne Sonne definitiv eine Sonnenbrille mitnehmen, sonst kann es durchaus unangenehm werden.
  3. Aufs Wetter achten
    Da es schon von Haus aus eine sehr sandige Sache ist, solltest du an einem extrem windigen Tag vielleicht eher auf dieses Abenteuer verzichten.
  4. Wasser & Pausen nicht vergessen
    Bevor man die Hügel runter düsen kann, muss man sie natürlich auch erst einmal hochlaufen. Das ist im Sand gar nicht mal so einfach und besonders an warmen Tagen solltest du daher unbedingt Wasser dabeihaben und dir auch ruhig mal eine Verschnaufpause gönnen.
  5. Board vor Ort ausleihen
    Auf dem Weg zu den Dünen werden dir immer wieder Schilder begegnen, auf denen Privatleute dafür werben, dass sie für 10 NZD Boards verleihen. Vor Ort kostet der Verleih zwar 15 NZD, ich kann es aber trotzdem nur wärmstens empfehlen. Zum einen, weil man das Board dann nicht ins Auto quetschen muss und zum anderen bekommst du vor Ort noch eine umfangreiche Einweisung und Sicherheitstipps, sodass du den Spaß auch unbeschadet überstehst.

——– Willkommen ♥ ——–

Ich bin Sabrina…

… weltverliebt, reisesüchtig & abenteuerlustig!

2016 habe ich meine Leidenschaft fürs Reisen entdeckt & damit auch die Liebe zur Fotografie. Zeit in der Natur zu verbringen & ihre Schönheit mit der Linse einzufangen ist seitdem mein größtes Hobby. Auf Weltmeerliebe nehme ich dich mit auf meine Abenteuer und zeige dir die Welt aus meinem Blickwinkel.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert